DEGNER+PARTNER Ingenieure

Monoblöcke im Fusions-Reaktor Wendelstein 7-X

Unser Team durfte über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren am Experiment Wendelstein 7-X mitarbeiten, das vom Max-Planck-Institut für Plasmaphysik realisiert wird. Der Experimental-Fusionsreaktor in Greifswald ist weltweit einzigartig in seiner Art. Unsere Aufgabe war es, 10 exakt passende Monoblöcke aus hochfestem Stahl zu liefern. Diese Monoblöcke füllen mittlerweile die 10 Verbindungsstellen der einzelnen Reaktor-Module, von denen jedes ca. 120 Tonnen wiegt. Da die Blöcke im Reaktorbetrieb später sehr hohen Kräften ausgesetzt sein werden, war die genaue Passform an allen Kontaktflächen die wichtigste Bedingung.

Für die Konstruktion der Blöcke mussten die Verbindungsstellen der nacheinander positionierten Reaktormodule präzise von uns per Photogrammetrie eingemessen werden. Dies konnte nur während der Nachtschichten vor Ort realisiert werden. Erfolgreich eingesetzt haben wir dafür unser System TRITOP HR. Die Herausforderung bei der Vermessung bestand in der unübersichtlichen Situation des Bauraumes im Reaktorinneren. Die Trennstellen waren aufgrund der fortgeschrittenen Reaktormontage schwer zugänglich, dennoch konnten wir alle 3D Vermessungen mit den geforderten Genauigkeiten durchführen.

Auf Basis unserer Messergebnisse haben wir in Catia V5 die CAD-Modelle der Monoblöcke erzeugt. Mit diesen Modellen wurden Aluminium Prüfkörper erstellt. Um die hohen Anforderungen an die Spaltmaße nach Montage einhalten zu können, haben wir die Fertigung dieser Aluminiumblöcke mit unserem 3D-Scanner ATOS IIe in der Fräsmaschine messtechnisch begleitet. Die Aluminiumblöcke wurden in Greifswald für eine Spaltüberprüfung genutzt. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen konnten die CAD-Modelle verifiziert werden und daraufhin die Stahlblöcke gefertigt werden. Besonders bei diesem Projektabschnitt waren fertigungsbegleitende 3D Messungen unerlässlich, weil der hochfeste Stahl durch seine Eigenschaften sonst nicht auf die geforderte Genauigkeit hätte gefräst werden können.

Die von uns gelieferten Stahlblöcke haben alle auf Anhieb exakt in Ihre Trennstellen gepasst und konnten ohne Nacharbeiten verbaut werden. Die Abweichungen blieben alle unterhalb der zugelassenen Toleranzen (wenige Hundertstel Millimeter).

Wir möchten uns noch einmal für das Vertrauen und die gute Zusammenarbeit bei allen beteiligten Firmen und Personen bedanken.

zurück...